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Geschichte und Philosophie
Ursprung & Philosophie der Bonsai & Saikei



Der Taoist begreift den Kosmos als eine Grösse aus Harmonie und Ordnung, nicht statisch, sondern lebendig. Wechsel und Veränderung, Werden und Vergehen - das ist das Universum, durch diese Vorgänge bleibt es in Bewegung. Das Yin-Yang-Prinzip ist demnach kein gewöhnlicher Dualismus, sondern eine Zweiheit, die eine Einheit zum Ausdruck bringt.
Die taoistische Kunst, die sich hauptsächlich mit Landschaftsmalerei befasste, bringt den Menschen in die richtige Perspektive, indem sie ihn zu einem Teil der natürlichen Szene macht. Die Werke des chinesischen Künstlers sind in Entwurf und Ausdruck symbolisch für seine geistige Vision. Die Natur des Taoismus betont den Vorgang, durch den die Vollendung angestrebt wird, und nicht die Vollendung selbst. Nur derjenige kann die Schönheit entdecken, der im Geist das Unvollendete vollendet. 

Aus dieser Philosophie und Denkweise heraus wird in der Kunst bewusst jede symmetrische Darstellung vermieden. Wenn wir heute bei unserer Bonsai-Gestaltung auch die symmetrische Anordnung der Äste oder die zentrische Lage des Baumes in der Bonsaischale vermeiden und die Asymmetrie der Gesamterscheinung anstreben, richten wir uns nach altem taoistischen Gedankengut.
Es bestand nunmehr das Bedürfnis, die in einsamer Natur der Meditation dienenden heiligen Berge, magischen Baumformen oder Pflanzen mit taoistischem Symbolgehalt als Miniaturlandschaften darzustellen. Diese Miniatur-landschaften (Saikei) repräsentieren eine kondensierte Form des Universums. Sie gestatteten - auf der Suche nach dem Tao - frei und mühelos in einer nach Wunsch gestalteten Ideallandschaft umherzuwandern. Ein Saikei oder Bonsai bot dem Taoisten gleichsam Gelegenheit, die Natur unmittelbar im Kloster oder Tempel zu erleben.

Es war einmal ein mächtiger Zauberer namens Jiang Feng, der verwandelte ganze Landschaften in Miniaturen und schenkte sie den Menschen auf einem Tablett. So entstand die Leidenschaft der Chinesen für den Bonsai, behauptet die Legende.


Der Chinesen? Ja, die Bonsaikultur stammt ursprünglich aus China und wurde erst vor etwa 1000 Jahren von Mönchen nach Japan gebracht. Hinter der sehr speziellen Gartenarbeit verbirgt sich eine ganzheitliche Philosophie: Der Bonsai soll die Harmonie zwischen Natur und Mensch repräsentieren.
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