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Gestaltungsgrundlagen
Bonsai - Enzyklopädie

Grundlagen der Gestaltung
Die zwei Methoden, mit denen man hauptsächlich Bonsai gestaltet, kann man als Subtraktionsmethode und Additionsmethode beschreiben. 


Subtraktion formt den Baum durch den Schnitt von überflüssigen Ästen und Zweigen. Bei der Additionsmethode wird mit Sämlingen oder Stecklingen angefangen und unterstützen sie bei der Entwicklung zu der Form, die Sie für Ihre fertige Gestaltung wünschen. 

Diese zwei Methoden sind übereinstimmend zu jenen, die bei Skulpturen verwendet werden; weshalb Bonsai auch oft als „lebende Skulptur" bezeichnet wird. Bei der Subtraktionsmethode bei echten Skulpturen schneidet der Gestalter Holz und Stein weg, um die Basisgestalt zu offenbaren und anschließend die Oberfläche zu verfeinern. 
Die Additionsmethode bei Skulpturen lässt den Künstler ein geschmeidiges Material wie Ton bearbeiten und es so formen, bis das endgültige Werk fertig ist. Da ein Bonsai aber aus lebendem Material besteht das wächst und sich verändert, schließt die eine Methode die andere nicht aus. Bei der Bonsaigestaltung wird die eine Methode eher durch die andere ergänzt.
Einen Sämling lässt man einige Jahren wachsen um ihn dann zum Formen oder Verringern von Ästen streng zurückzuschneiden.
Eine alternative Methode ist, einen jungen Baum aus einer Baumschule drastisch zu schneiden. Anschließend lässt man diesen Baum ein bis zwei Jahre in Ruhe, damit er sich frei entfalten kann bevor Sie ihn formen und durch leichte Formschnitte verfeinern. 

Das Drahten
Zur Grundlage der Gestaltung gehört auch das Drahten. Bei dieser Gestaltungsmethode wird das von der Natur vorgegebene Wachstumsmuster des Stammes und der Äste beeinflusst. 
Fachgerechtes Drahten schadet dem Baum nicht, doch sollten Sie diese Technik von einem erfahrenen Bonsai-Liebhaber lernen. Auch hier gilt: Übung macht den Meister!
Warum soll gedrahtet werden
Läßt man der Natur freien Lauf, so würde man einen geraden Stamm erhalten und die Äste der meisten jugendlichen Bäume zeigten mehr oder weniger steil nach oben. Beim Bonsai soll jedoch ein alter Baum verkleinert nachgebildet werden. Durch Schneelasten im Winter werden die Äste herabgebogen, wodurch der Baum seine typische Gestalt erhält. Da dies beim jungen Baum nicht vorhanden ist, wird bei der Bonsaigestaltung die Drahttechnik verwendet.
Welche Jahreszeit ist zum Drahten am besten?
Normalerweise kann man immer drahten, doch gibt es bevorzugte Zeiten. Im Winter führen Leitungsbahnen wenig Saft und sind daher weniger flexibel. Bei den meisten laubabwerfenden Bäumen ist die Astkonstruktion zwar besser zu erkennen, doch gibt es eine größere Bruchgefahr beim Biegen. Daher empfehlen wir den Frühling als beste Zeit zum Drahten. Denn in dieser Zeit beginnen die Säfte zu steigen und die Äste werden biegsamer, ohne dass die Rinde weggedrückt werden kann. 

Möchte man im Sommer drahten, so sollte man darauf achten, den Draht nicht zu eng anzulegen, weil sonst die Rinde beschädigt wird. 

Laubbäume drahtet man am besten nach dem Blattschnitt. Aus Sicherheitsgründen sollte der Draht mit Bast oder Kreppband umwickelt werden. 

Das Drahten im Herbst ist nicht zu empfehlen, da die Bäume jetzt ihr Wachstum einstellen! In dieser Zeit sollte man die Bäume entdrahten, um Frostschäden vorzubeugen.
Nach dem Entdrahten.....
In der Zeit nach dem Entdrahten ist es sehr wichtig, den Bonsai zu beobachten, denn manchmal war die Dauer der Bedrahtung nicht lang genug um die gewünschte Korrektur zu stabilisieren. Der Baum nimmt sehr langsam aber stetig seine ursprüngliche Form wieder an. In diesem Fall ist eine erneute Drahtung erforderlich, wobei man meistens der ersten Drahtführung folgen kann. 

Gründe des Entdrahtens
Den ersten Grund haben wir bereits genannt: Und zwar die Gefahr von Frostschäden (allerdings gilt dies nur für Outdoors). Doch sowohl bei Indoors als auch bei Outdoors besteht die Gefahr, dass der Draht einwächst und später beim Entfernen häßliche Narben hinterläßt, die sehr schlecht verheilen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, daß Sie Ihren gedrahteten Baum regelmäßig kontrollieren, um dieses Problem zu vermeiden.
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